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 Karlsdorf nach der DM

Nach einer denkbar spannenden und knappen Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft als Dritter der Süd-Liga fuhren die Faustballerinnen des TSV Karlsdorf am vergangenen Wochenende nach Weisel an die Loreley um sich mit den anderen 5 Top-Teams Deutschlands zu messen. Im Viertelfinale stand jedoch kein Geringerer als der TV Moslesfehn gegenüber, die Mannschaft gegen die man im Jahr zuvor eine bittere Niederlage einstecken musste und die Dominanz der norddeutschen Teams im Frauen-Faustball zu spüren bekam. Nach einer langen und intensiven Trainingsphase vor dem DM-Wochenende war der Mannschaft jedoch klar, dass es dieses Jahr kaum als Ziel gelten sollte, einfach nur mitspielen zu können. Mit viel Selbstbewusstsein und Siegeswillen startete die Mannschaft von Trainer Edgar Habitzreither in die lang ersehnte Revanche für das Vorjahr. Und so starteten die Karlsdorferinnen nicht einfach nur auf die Spielweise des Gegners reagierend, sondern konnten in einem stets ausgeglichenen ersten Satz ihr eigenes Spiel spielen und regelmäßig die Abwehr des Gegners knacken. Der anfangs gut herausgespielte Vorteil konnte bis zum Ende des Satzes verteidigt werden und am Ende des Satzes überzeugten sie mit viel Nerven und gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Auch Satz zwei verlief über lange Zeit denkbar knapp mit abwechselndem Punktgewinn bis sich Moslesfehn einen 10:8 Vorteil herausspielen konnte. Die anschliessenden 4 Ballwechsel waren wohl das Bezeichnendste des DM Wochenendes aus Sicht von Karlsdorf: Unbeeindruckt vom Gegner, dem amtierenden deutschen Vizemeister, schafften es unsere Damen sich auf ihre eigenen Stärken zu besinnen und nicht dem Gegner hinterher zu laufen. 4 Ballwechsel, in denen die Abwehr allen Anstrengungen der Gegner trotzte und im Angriff nervenstark die notwendigen Punkte gesetzt wurden, zeigten die mannschaftliche Geschlossenheit und den Siegeswillen, was zu einem verdienten 12:10 Satzsieg führte. Auch wenn der TV Moslesfehn den dritten Satz für sich entscheiden konnte, dominierte das Team aus Karlsdorf im vierten Satz deutlich und konnte bei einem Stand von 2:1 nach Sätzen unbeschwert aufspielen und mit einem deutlichen 11:5 im entscheidenden Satz den Sieg nach Hause fahren. Auf einmal sah das alles so einfach aus. Die Qualifikation fürs Halbfinale war geschafft! Als zusätzliche Ehrung wurde Christina Grüneberg, der es immer wieder gelang die gegnerische Abwehr zur Verzweiflung zu bringen, für ihre beeindruckende Leistung zur besten Spielerin des Matches gewählt. Nach einer langen Pause bis zum heiß ersehnten Halbfinale galt es nun dem Südmeister, dem TSV Dennach, Paroli zu bieten. Dessen Spielerinnen waren jedoch auf den Punkt topfit in bestechender Form, zumal sie als Südmeister kampflos ins Halbfinale eingezogen sind. Auch wenn die Karldorferinnen vom erkämpften Sieg beflügelt dem Halbfinale entgegenfieberten, fehlte letztendlich die im ersten Spiel des Tages verbrauchte Kraft, um mithalten zu können. Oft fehlten die letzten paar Zentimeter und im Angriff schlichen sich die sonst so seltenen Fehler ein, wo man doch ein paar Stunden vorher doch so souverän aufgetreten ist. Folglich konnte der TSV Dennach seine Klasse ausspielen und verdient ins Finale einziehen. Auch wenn die Schwaben eine Klasse besser spielten, hätte man doch gerne zu mindestens einen Satz gewonnen, auch um sich bei den zahlreich angereisten Fans zu bedanken, die ihre Mannschaft auch in schweren Momenten nicht im Stich ließen. Mit einem enttäuschenden 0:3 blieb nur das kleine Finale um Platz 3 auf dem Programm. Am Sonntag, dem Finaltag der Deutschen Meisterschaften, traf man auf den amtierenden Deutschen Meister und Europapokalsieger, den Ahlhorner SV. Im Spiel um Platz 3 wurden nochmal alle Kräfte mobilisiert um die Überraschung perfekt zu machen. In einem spannenden Auftakt wurde dem Ahlhorner SV schnell vor Augen geführt, dass der Süden sich ungeahnt stark gegen den Norden wehrt. Nach einem Ausgleich zum 8:8 konnte stets der Außenseiter aus Karlsdorf einen Punkt in Führung gehen, jedoch schaffte die Ahlhorner auch immer wieder den Ausgleich. Beim Stand von 15:14 war der Satz dann letztendlich doch zu Ende und es hieß 1:0 für Karlsdorf. Leider waren die nächsten beiden Sätze weniger ausgeglichen. Immer mehr Fehler schlichen sich in die Abwehr ein und im Angriff stand man einer sehr soliden Abwehr gegenüber. Hinzu kam, dass die Damen aus Ahlhorn ausgerechnet mit dem gegnerischen Ball besser spielten und dadurch die Karlsdoferinnen keinen Vorteil aus der Ballwahl geltend machen konnten. Satz 2 und 3 gingen dadurch deutlich an den Titelverteidiger. Im vierten Satz bäumten sich unsere Damen nochmal auf, endlich konnten wieder die so notwendigen Punkte gesetzt werden, auf der anderen Seite gelang es den Niedersachsen jedoch durchgängig durch ein sehr variables Angriffsspiel zu punkten. Verdient gewannen die Ahlhorner den vierten Satz mit 11:9 und damit die Bronze-Medaille. Für den TSV Karlsdorf endet damit das erfolgreichste Wochenende der Damen-Mannschaft mit einem vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Ein sensationeller Erfolg, der Hoffnung auf weitere Erfolge in den kommenden Jahren aufkommen lässt. Der Mythos der übermächtigen Teams aus Norddeutschland wurde entzaubert. Denn nicht nur Moslesfehen wurde im Viertelfinale geschlagen, auch dem Ahlhorner SV wurde ein deutlicher Warnschuss verpasst, sodass man gespannt auf die nächste Deutsche Meisterschaft im Feldfaustball am 17./18.8.2013 in Ahlhorn blicken kann.




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